Die Amazone – auf den Reitspuren weiblicher Gefährlichkeit
Sie morden, sind gefährlich schön und reiten wie die Teufel: Seit Jahrtausenden erliegen Männer der Faszination der sagenumwobenen Amazonen. Mag die griechische Mythologie in der Neuzeit noch so angestaubt wirken – der Anziehungskraft der Kriegerinnen tut das keinen Abbruch.
Kein Wunder: Die Legende von dem Frauenvolk, das zu Pferd gegen Männer in den Krieg zog und ihnen das Fürchten lehrte, bedient in vortrefflicher Weise die Vorstellung von weiblicher Gefährlichkeit und Exotik. Dass sie damit zugleich den Stoff liefert, aus dem erotische Männerträume sind, steht ohnehin außer Frage.
Amazonen: Sie brannten sich die rechte Brust aus, um beim Reiten besser mit Pfeil und Bogen hantieren zu können, und ließen als Kriegsbeute Männer mitgehen, die sie allein zu Fortpflanzungszwecken gebrauchten. Details wie diese sorgen bis heute beim Stichwort Amazone für Schauerwellen, die zwischen furchtsamer Erregung oder elektrisierender Abscheu schwanken. Der griechischen Mythologie entsprungen gelang den Amazonen somit auch schnell der Sprung in die Betten der Gegenwart. Und das nicht ausschließlich als Kopfkino: Mann kann auch ganz real seine persönliche Amazonen-Legende leben – der Amazonen-Sexstellung sei Dank.
Dass Mann hierbei weder um sein Leben fürchten noch damit rechnen muss, Pfeil und Bogen zu begegnen, darf an dieser Stelle bereits beruhigend eingeworfen werden. Worauf sich Mann aber definitiv einstellen muss: auf einen Ritt, den er so schnell nicht wieder vergessen wird.
Wie genau sieht er aus, der Amazonen-Ritt?
In der Tat handelt es sich bei der Amazonen-Stellung um eine Sexvariante, die als Abwandlung der Reiterstellung verstanden werden kann. Den feinen, aber entscheidenden Unterschied zwischen dem normalen Ritt durch die Bettlaken und seiner Abwandlung macht die Reithaltung der Frau aus: Während Sie bei der gängigen Reiterstellung aufrecht auf dem Partner sitzt, kommen sich die Paarungswilligen bei der Amazonen-Stellung deutlich näher. Hier schwingt sich Frau nämlich in liegender Position auf ihren Liebsten.
Damit tritt sie unverkennbar in die Reitstapfen ihrer sagenhaften Vorgängerinnen: Amazonen waren berühmt berüchtigt für ihren markanten Reitstil, bei dem sie weit vornübergebeugt ihre Pferde vorantrieben und sich eng an deren Hals schmiegten.
Vom Kriegsschauplatz übertragen in den Bett-Nahkampf bedeutet das: Der Mann legt sich ganz entspannt auf den Rücken und zieht seine Oberschenkel zu seinem Oberkörper heran. Sie kniet sich derweil zwischen seine Beine und beugt sich dann im besten Amazonen-Sinne möglichst weit zu ihrem Partner vor, während sie ihre Vulva gegen sein erigiertes Prachtstück drückt. Dem entsprechend aufgesattelt darf der Lustritt beginnen: Die Frau sollte sich jedoch mit Bedacht bewegen, da in dieser Position der Penis auch leicht wieder aus der Vagina herausrutschen kann.
Lohnt sich der Ausritt in die griechische Mythologie?
Freunde weiblicher Dominanz sei die Amazonen-Stellung wärmstens empfohlen: Der Name ist Programm und somit wird Mann hier seiner persönlichen Liebeskriegerin gnadenlos unterworfen. Sie gibt Rhythmus und Geschwindigkeit vor, kann fordern oder zappeln lassen. Wenn Frau dann noch seine Arme festhält, sind die Machtkarten endgültig verteilt.
Während der Mann sein Ausgeliefertsein in vollen Zügen genießen darf, kommt der weibliche Part erst recht auf seine Kosten: Indem Frau die Kontrolle übernimmt, kann sie das Geschehen ganz und gar auf ihre Bedürfnisse abstimmen. Auf diese Weise treibt die Amazone, ähnlich wie die Reitstellung, laut Umfragewerten die weibliche Orgasmusrate in weitaus höhere Sphären als andere Stellungen. Den Liebsten zu dominieren, ihn nach Lust und Laune zu verwöhnen oder auf die Folter zu spannen – das ist schließlich noch ein zusätzlicher Kitzel, der den Kitzler in Fahrt bringt. Doch wer das Plus der Amazonen-Stellung allein in der Machtverteilung sieht, hat weit gefehlt: Auch anatomisch bietet sie unleugbare Vorzüge. So kann die Frau in dieser Stellung die Beine ihres Partners nicht spreizen, was dazu führt, dass das Eindringen beiderseitig als intensiver empfunden wird.
Wozu die Amazone, wenn es auch die Reiterstellung gibt?
Die Amazonen-Stellung ist zwar der Reiterstellung sehr verwandt, braucht sich aber in puncto Daseinsberechtigung wahrlich nicht verstecken: Zunächst einmal erleidet jede noch so geliebte Stellung mit der Zeit ihre Abschleiferscheinungen. Die Amazone bietet hier die ideale Gelegenheit, Abwechslung von der Reiterstellung zu finden – ohne dabei auf das Dominanzspiel der Frau verzichten zu müssen. Zudem kommen sich Männlein und Weiblein bei der Amazonen-Stellung deutlich näher: Ihre Brüste liegen auf seiner Brust, der Augenkontakt ist eng. Hier kann Frau aus nächster Nähe in den Augen ihres Liebsten Zeichen der Ekstase oder Lust-Qual ablesen. Abgesehen davon gilt noch einmal darauf verwiesen, dass das Eindringen – da ist sich die Mehrzahl der Erfahrungsberichte einig – als noch intensiver wahrgenommen wird.
Letzten Endes kann die Frage nach dem „Wozu?“ leicht beantwortet werden: Weil Abwechslung im Bett das Lustleben schön macht. Weil jeder Mann von Amazonen träumt. Und weil in jeder Frau auch eine solche steckt. Man muss es nur (er)leben...
