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Die Wiener Auster – zügellose Lust versus Dreiviertel-Takt und Salzgeschmack

Eine harmlose Frage kann doch zuweilen ganz wunderbar entlarvend sein. Was sagen Sie zum Beispiel, wenn man sie nach Wien fragt? Sicher, man verbindet mit der Österreichischen Landeshauptstadt erst einmal Stichworte à la Hofburg, Walzer und Kaffeehäuser. Wenn Sie von Ihrem gegenüber aber bei der Frage ein vielsagendes Lächeln kassieren und er dann auch noch Wien mit einer salzigen Meeresdelikatesse in Verbindung bringt, dann können Sie sich einer Sache ganz sicher sein: Vielleicht sitzen Sie nicht dem perfekten Stadtführer gegenüber – dafür aber einem echten Sexperten.

Stellung

Die Wiener Auster - was nach Ballsaalluft und Meer riecht, ist nämlich in Wahrheit das Tor zu herrlich verschwitzen Körpern und befriedigten Lächeln. Kurz gesagt: Eine Sexstellung, die Ihnen künftig die Frage nach Wien in ganz neuem Licht erscheinen lassen wird.

Wie funktioniert die Wiener Auster?

Eines sei gleich vorab gesagt: Möchte man an der Wiener Auster kosten, sind lange und gelenkige Beine bei der Frau definitiv von Vorteil. Als weiblicher Part steht man nämlich vor der Herausforderung, auf dem Rücken liegend die Beine über die Schultern des Partners zu legen und diese hinter seinem Kopf zu verschränken. Der Mann seinerseits beugt sich über die Frau und lehnt sich mit seinem Gewicht gegen ihre Beine, während er in sie eindringt. Für ihn ändert sich gegenüber der Missionarsstellung somit – zumindest in technischer Hinsicht – nicht viel.

Pro und Kontra der Wiener Auster

Was erst einmal anstrengend für die Frau scheint, erweist sich in der Praxis als durchaus machbar. Hier gilt das Credo: Die Phantasie klingt herausfordernder als die Realität. Probieren geht über Studieren – das haben uns doch bereits unsere Eltern eingebläut. Unleugbar ist dennoch, dass die Wiener Auster nicht gerade zu den bequemsten Stellungen für die Frau gehört. Unleugbar ist aber gleichzeitig, dass die Abwechslung und der Lustgewinn die zunächst akrobatisch anmutende Herausforderung allemal wettmachen.

In jedem Fall wird es der Mann seiner Liebsten hoch anrechnen, wenn sie ihre Beine so gekonnt einsetzt: Männliche Erfahrungsberichte schwärmen unisono davon, dass der Mann die Frau noch intensiver spüren kann als es zum Beispiel bei der Missionarsstellung der Fall ist. Die Erklärung für das große Intensitätserlebnis ist denkbar simpel: Zum einen liegt es daran, dass auf dem Penis ein größerer Druck lastet. Zum anderen kommt es zu dem Intensitätsgewinn, weil der Mann noch ein Stückchen weiter in die Frau eindringen kann – auch für sie ein Gefühl purer Verschmelzung. Doch bei aller Leidenschaft und Verschmelzungs-Ekstase sollte der Mann darauf achten, nicht zu fest zuzustoßen: Durch das tiefere Eindringen wird nämlich die Frau sensibler und verletzlicher. Einfühlungsvermögen ist an dieser Stelle und Stellung also absolut gefragt.

Was die Wiener Auster – neben der Tatsache, dass sie ihren Liebsten tiefer in sich spürt – für die Frau unwiderstehlich macht: Im Gegensatz zur Missionarsstellung hat sie eine weniger defensive Rolle und die Möglichkeit, das Lustempfinden aktiv mitzusteuern. Ihr unschlagbares Instrument dabei sind ihre Beine: Je fester sie diese zusammenhält, desto enger wird die Scheide und damit die Reibung zwischen ihr und dem Penis umso größer. Steht der Frau hingegen der Sinn nach mehr Entspannung, genügt bereits das weitere Spreizen der Beine.

Doch die Wiener Auster birgt für die Frau noch ein ganz andere Perle: Dank der Stellung wird nämlich der weibliche G-Punkt besonders stark stimuliert – weshalb die Wiener Auster durchaus eine Schärpe als Orgasmuskönigin verdient hätte.

Auch wer den Stellungswechsel liebt, wird an der Wiener Auster seine absolute Freude haben: Aufgrund ihrer stellungstechnischen Verwandtschaft zur guten alten Missionarsstellung kann problemlos zwischen den beiden Spielwiesen gewechselt werden. Nicht umsonst ist die Wiener Auster gerade für Sex-Beginners oft der erste Ausflug über den Missionars-Tellerrand.

Warum heißt die Wiener Auster wie sie heißt?

Bleibt nun noch zu klären, warum diese intensive Sexpraktik ausgerechnet als Wiener Auster betitelt wird. Tatsächlich stammt das beinaffine Stellungsspiel aus der Österreichischen Landeshauptstadt. Dort stellte anno 1840 der Wiener Maler Peter Johann Nepomuk Geiger ein Aquarell aus, das eben diese austernförmige Verschränkung der Beine als Sexpraktik eines Liebespaares zeigte. Die Wiener zeigten sich ihrerseits mehr als interessiert – und bald erfreute sich die sogenannte Wiener Auster in den Bordellen äußerst großer Nachfrage. Dass es bei der österreichischen Erfindung dann nicht innerhalb der Landesgrenzen blieb, war nur eine Frage der Zeit. Das haben ja auch bereits Exportschlager wie die Sachertorte vorgemacht...Wenn Sie mehr über Sexstellungen erfahren möchten, dann lesen Sie über die Wiegestellung.