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Die Budapester Beinschere – die Stellung mit dem versexten X-Faktor

Sich durch die Laken missionieren, reiten oder züngeln – für die einen ist das bereits die ultimative Luststrecke, die in ihrer Zielgeraden Erregung, glühende Körper und Befriedigung verspricht. Für die anderen hingegen ist es nur der Beginn einer Suche, an deren Ende ein Fragezeichen steht: Gibt es ein „Mehr“?

Stellung

Höher, schneller, weiter: Für manch einen bietet auch das Bett keinen Raum, vor dem Ehrgeiz oder der Hang zur Extravaganz Halt machen. Getreu dem Motto „Treibe es lieber ungewöhnlich“ ist dann auch im Bett hohe Stellungskunst gefragt. Bester Beispiel hierfür ist die Budapester Beinschere: Die Stellung mit der ungarischen Hauptstadt im Namen verlangt ihren Protagonisten sowohl ein gewisses Know-how als auch ein gesundes Maß an Sportlichkeit ab. Verschnaufpausen sind hier allenfalls post coitus erlaubt.

Wer bisher die Budapester Beinschere noch nicht aus dem Bett-Werkzeugkasten hervorgeholt hat, outet sich damit entweder als Liebhaber von Entspannung und relaxtem Genuss – oder beweist, dass man auch als Bett-Abenteurer nie ausgelernt hat.

In beiden Fällen bleiben dieselben Fragen stehen: Lohnt sich die neue Lektion in Sachen Bettakrobatik? Oder hatte Muttern damals in unseren Kinderjahren bereits recht, als sie predigte, man spiele nicht mit Scheren?

Höchste Zeit, für die Suche nach Antworten ein paar hilfreiche Spuren zu legen...

Wie begegnen sich Mann und Frau bei der Budapester Beinschere?

Um eines gleich vorwegzunehmen: Wer auf viel Körperkontakt wie bei der Missionarstellung spekuliert hat, muss bereits am Anfang eine bittere Pille schlucken – denn bei dieser Stellungsvariante begegnen sich die beiden Partner nur an der entscheidenden Stelle, sprich den Körpermitten. Sie sind die Schnittstelle zweier Körper, die getreu dem Bild einer aufgeklappten Schere ein X bilden.

Ganz praktisch gesprochen: Der männliche Partner legt sich zunächst auf den Rücken, während Sie sich sitzend auf seine Erektion sinken lässt. So weit nichts ungewöhnliches, würde nun nicht der etwas diffizile Part kommen – der bei der Budapester Beinschere an der Frau hängen bleibt. Sie muss nunmehr das Kunststück vollführen, sich auf die Seite zu legen. Dabei kann sie sich mit dem Arm aufstützen. Das obere Bein hebt Sie anschließend an, Er verwinkelt seines darum. Das jeweils andere Bein der beiden wird ausgestreckt und zeigt in die entgegengesetzten Richtung – so entsteht das X.

Inwiefern macht die Scherenstellung den Sex noch schärfer?

Die Ungarn verstehen sich traditionell bestens darauf, bei ihren Speisen für die richtige Schärfe zu sorgen. Inwiefern sich das auch auf die Sexstellung übertragen lässt, bleibt jedoch dahingestellt. Nicht jedem ist die Elastizität und Sportlichkeit in die Wiege – oder vielmehr ins Bett gelegt. Daher fallen die Resonanzen Scheren-erprobter Pärchen eher nüchtern aus: Zu viel Theorie und Akrobatik und zu wenig Lustgewinn und Intimität, so das weit verbreitete Fazit. In der Tat schauen sich die Partner weder in die Augen noch können sie sich an zusätzlichen Körperstellen berühren. Allenfalls die Füße des Partner sind in Reichweite – doch eine Fußmassage während des Aktes ist dann für die meisten doch nicht der wahrgewordene Stimulationstraum. Zudem kann das ruckhafte Rausrutschen schmerzvoll sein.

Auch wer als Mann über keinen elastischen Penis verfügt, sei auf Risiken und Nebenwirkungen der Budapester Beinschere hingewiesen: Eine gewisse Biegsamkeit ist hier nämlich zwingende Grundvoraussetzung. Bei Überstrapazierungen könnte das beste Stück womöglich einknicken.

Und dennoch: Die Budapester Beinschere hätte wohl kaum ihre Daseinsberechtigung, wenn sie nicht doch Anreize hätte, die das Wagnis von Verrenkung und Brüchen lohnen lässt. Unter den Mutigen und Freiwilligen, die schon in der Praxis probiert haben, was andere noch in der Theorie pauken müssen, schwärmt man vor allem von dem ungewöhnlichen Eindringungswinkel: Beim Mann stellt sich ein neues, aufregendes Gefühl der Penetration ein – besonders die Penisspitze profitiert von den vorangegangenen Verrenkungsmühen und erfährt eine besonders intensive Stimulation. Auch aus der weiblichen Perspektive ergeben sich neue Wege, den Partner zu erspüren.

Wem das als Anreiz jedoch nicht genügt, sollte wohl lieber die Finger von der Budapester Beinschere lassen. Zumal man die Stellung so hinnehmen muss wie sie – Varianten und Abwechslungsmöglichkeiten bietet sie nämlich kaum.

Was ist nun das Fazit?

Wer Sex als Abenteuer sieht, bei dem er auch gerne mal die ein oder andere Klippe überwinden will, kann sich mittels der Budapester Beinschere leichterhand in unbekannte Gewässer zu stürzen. Eine alte Abenteurer-Weisheit sollte man dabei jedoch nicht aus dem Blick verlieren: Ehrgeiz und die Jagd nach Adrenalin sind tolle Disziplinen – solange man sie beherrschen kann. Sich oder die Partnerin also nicht überfordern!