Doppelpenetration alias die versexte Gier nach dem „Mehr“
Es ist ein Phänomen, das sich von Anfang an als roter Leitfaden durch unser Leben zieht. Was im Süßwarenladen anfing, endet auch Jahre später zwischen den Bettpfosten nicht: Wenn etwas unsere Sinne so richtig ins Toben bringt, dann gibt es nur noch ein Wörtchen – und das ist das berühmt berüchtigte „Mehr“!
Wenn eine Frau also so richtig Spaß mit einem Kerl hat: Warum dann nicht mehr davon ins Bett holen? An genau diesem Punkt kommt das Stichwort Doppelpenetration ins Spiel: Was allgemein auch unter der Bezeichnung „Sandwich“ firmiert, beschreibt den Sex einer Frau mit zwei Männern gleichzeitig. Hierbei können zum Beispiel Reiterstellung und Doggy Style kombiniert werden.
Spannender Lustdoppler oder anstrengendes Stellungsspiel? Spontane Umfragen dürften dazu die unterschiedlichsten Assoziationen hervorrufen. Doch wie bei allem anderen im Leben gilt auch im versexten Mikrokosmos: Trauen kann man nur seiner eigenen Erfahrung!
Ob es diese aber wirklich wert ist und was man beim Selbsttest beachten sollte, dazu gibt es im Folgenden ein paar Anregungen – und nicht zuletzt den Hinweis auf die Risiken und Nebenwirkungen der Gier nach dem „Mehr“.
Zwei Männer und eine Frau in einem Bett: Wie funktioniert das?
Drei Protagonisten, die alle zur gleichen Zeit auf ihre Kosten kommen: Bei der Doppelpenetration ist vor allem die Frau das Epizentrum des Lustbebens. Frauen, die nicht gerne im Mittelpunkt stehen, sollten sich die Nummer mit der doppelten Mannskraft also noch einmal überlegen.
Selbiges gilt im Übrigen auch für diejenigen, bei denen das Stichwort Analverkehr als Lustkiller funktioniert. Um dem Namen Doppelpenetration gerecht zu werden, sucht sich nämlich zumindest einer der Männer den Weg durch das Hintertürchen – während der andere Part den „normalen“ Zugang durch die Vagina nimmt.
Die Doppelpenetration ist damit eine gesteigerte Form des „Dreiers“. Von letzterem spricht man bereits, wenn nur einer der Männer sich mit vollem Geschlechtsteileinsatz der Frau widmet – während der andere sich auf das Liebkosen beschränkt. Bei der Doppelpenetration hingegen ist die Mannskraft beider gleichzeitig gefragt. Soweit das „Schema F“, das aber Abwandlungen keinesfalls ausschließt: Ist kein zweiter Mann verfügbar oder duldet der Partner keinen Nebenbuhler im Bett, so kann die Doppelpenetration auch mit einem Dildo anstelle des zweiten Penisses erlebt werden.
Doppelpenetration: Wunschtraum der Phantasie oder realer Spaß?
Was in Pornos als ultimativer Lustmultiplikator gefeiert wird, kann in der realen Umsetzung für die Frau zur echten Belastungsprobe werden. Berichte von zumindest zeitweiligen Schmerzen sind hier keine Seltenheit – schließlich ist Frau in aller Regel nicht gewohnt, in ein doppeltes Spiel mit dem männlichen Geschlechtsteil verwickelt zu werden.
Nicht auszuschließen also, dass die weibliche Euphorie über das Ausleben des Sex-Traums am Ende in Ernüchterung umschlagen wird. Von männlicher Seite ist daher ein hoher Grad an Sensibilität gefragt: Die beiden Gespielen sollten tunlichst darauf achten, dass die Frau sich wohl fühlt und nicht überfordert wird. Sie ihrerseits sollte sofort Signale senden, wenn für sie die Situation ins Unangenehme kippt.
Vorbereitung ist Teil des Sex-Deals
Um bösen Überraschungen vorzubeugen, gibt es aber Möglichkeiten, sich als weibliche Protagonistin auf die Doppelpenetration vorzubereiten: Hilfreich ist es mit Sicherheit, für den Fall der Fälle eine Tube Gleitgel bereitzustellen – so lassen sich Schmerzen beim doppelten Eindringen bestmöglich vermeiden. Außerdem kann die Frau mit Hilfe von zwei Dildos bereits im Vorfeld vorsichtig und ungestört testen, inwieweit sie sich mit der Doppelpenetration überhaupt wohl fühlt. Ist bei diesem intimen Selbsttest die Resonanz bereits ernüchternd bis schmerzhaft, sollte Sie besser die Finger von der Realumsetzung lassen. Doppelpenetration als Beziehungskiller?
Dabei stellt die Doppelpenetration nicht nur die Frau vor neue Herausforderungen – auch die Männer müssen sich der ungewohnten Situation stellen, dass ein weiterer männlicher Platzhirsch den Raum im Bett deutlich kleiner macht: Eifersüchteleien oder das Gefühl, zu kurz zu kommen, gehören damit leider zu den gängigen Nebenwirkungen beim Biss in den „Sandwich“.
Gerade bei Paaren kann es dem männlichen Partner bitter aufstoßen, wenn er seine Liebste plötzlich mit einem anderen teilen muss. Der Ausbruch aus der trauten Sex-Zweisamkeit sollte also wohl überlegt und unter den Partnern offen und ehrlich besprochen werden.
Träumen oder den Traum leben?
Trotz aller Befürchtungen um Überforderung und Eifersucht: Die Doppelpenetration bietet eine ungewöhnliche Sex-Gangart, die Mann und Frau weit über den Standard-Tellerrand hinausschauen lässt. Der Ruf als Sex-Extrembeispiel macht sie nur umso verlockender. Wer ist nicht gerne mal Abenteurer? Jemand, der Grenzen und Tabus bricht? Schließlich gilt das Motto: No risk, no fun!
Überschätzen sollte man sich jedoch nicht. Wer sich bei dem Gedanken an das Dreier-Spiel von vornherein nicht wohl fühlt, sollte wohl besser die Finger davon lassen. Ohnehin birgt die Doppelpenetration eine Gefahr, die das Dilemma aller Träume ist – dass nämlich der Traum auf dem ernüchternden Boden der Sex-Realität landet.
