Die Schildkröte – im Paddelschlag zum Höhepunkt
Der Gang ist träge, der Körper unter einem dicken Panzer versteckt und aus der Kehle dringt kaum ein Laut: Die Schildkröte steht zu Recht nicht in dem Ruf, sonderlich dynamisch und extrovertiert zu sein. Unterschätzen sollte man das gepanzerte Reptil dennoch nicht – taugt es doch wahrhaftig als Vorbild für den wohl dynamischsten und spannendsten Part menschlichen Daseins: den Sex.
Nun könnte man sich fragen, was das Übereinander zweier Panzer mit hemmungsloser Lust zu haben soll. Die schlichte Antwort: Gar nichts! Wer seinen Sex-Kenntnisschatz mit Hilfe der Schildkröte erweitern will, muss vielmehr mit dieser abtauchen. Was man (und vor allem Mann) dort unter Wasser abschauen kann – dazu im Folgenden ein paar sexdienliche Hinweise...
Wie funktioniert die Schildkröten-Stellung?
Die Schildkröten-Stellung stellt vor allem für den Mann die Möglichkeit dar, das Reptil im Bett hervorzuholen: Wie er nämlich dabei sein bestes Stück einsetzen soll, ist von den Paddelbewegungen inspiriert, die Schildkröten unter Wasser zur Fortbewegung nutzen. In concreto handelt es sich dabei um sehr langsame und ausholende Stoßbewegungen.
Um dieses ultimative Schildkröten-Paddel-Feeling in die Tat umzusetzen, legt Sie sich flach auf den Rücken und zieht dann ihre Beine bis zu ihrer Brust an sich heran. Derweil kniet sich der männliche Gegenpart vor sie, lehnt sich gegen ihre Schenkel und bringt seinen Lingam ins Ziel. Nun gilt es, im Slow-Motion-Modus tief in die Liebste einzudringen, um sich danach in ebenso langsamer Gangart fast vollständig der Vagina zu entziehen.
Zwischen tiefem Vorstoß und weit-möglichem Rückzug liegt es somit: das Stellungs-Geheimnis „Schildkröte“ – und nicht zuletzt viele Sekunden, in denen sich Raum für Lust, Sinnlichkeit und Intimität mit dem Partner bietet. Es ist eben diese Langsamkeit, das ausgiebige Auskosten jeder Bewegung, die bei der Schildkröten-Stellung das entscheidende Genuss-Topping darstellt. Nur wer als Mann in Zeitlupe agiert, kann dem namensgebenden Reptil die gebührende Ehre erweisen.
Aber auch Frau kann ihren Beitrag leisten, die Intensität der Langsam- und Sinnlichkeit noch zu steigern. Ihr Einsatzwerkzeug: der Beckenboden. Lässt sie diesen beim Hinausgleiten seines Penisses bewusst absinken und hebt sie ihn beim Eindringen wieder an – dann paddeln sich beide Partner mit Sicherheit in höhere Lustsphären.
Sich um die Sinne paddeln – geht diese Rechnung auf?
Die Stärke der Schildkröten-Stellung besteht nicht in erregend neuen Eindringungswinkeln oder in dynamisch hitzigen Bewegungsnahkämpfen – so viel steht fest. Was einem sprichwörtlich Sinne und Verstand raubt, ist vielmehr diese bestimmte Form von Langsamkeit. Mit dieser zelebriert die Schildkröte den Zwischenraum zwischen atemraubender, erwartungsvoller Anspannung und ekstatischer, lustvoller Erleichterung: dann, wenn das ansteigende Kribbeln nach Mehr schreit, immer fordernder wird, bleibt die Dosis an lustvollem Ausleben gering. Mann und Frau werden also in positivster Weise auf die Folter gespannt – um anschließend das Finale als umso befreiender und intensiver zu erfahren.
Bevor sich alle Sinne endgültig überschlagen, bildet diese Sex-Variante zudem den idealen Rahmen für viel Zärtlichkeit und Intensität. So ist es der Langsamkeit geschuldet, dass sich die Partner sehr bewusst wahrnehmen: Sie haben viel Zeit, den Ausdruck der Augen und der Mimik des anderen zu studieren, sich ausgiebig zu küssen, zu berühren und zu massieren: Dinge, die bei anderen Stellungen und Formen von Sex oft unter der besinnungslosen Bewegungshektik untergehen. Entsprechend hoch fällt damit auch der Romantik-Faktor der Schildkröten-Stellung aus. Dass sie gerade bei Pärchen mit hohen Beliebtheitsnoten entlohnt wird, ist nur logische Konsequenz. Aber auch Kurzzeit-Lover können mit der Stellung tierischen Spaß haben – und beim Gegenüber ordentlich Eindruck damit schinden, dass man auch abseits des Sex-Mainstreams, in puncto Sinnlichkeit, ein Big Player ist.
Wo bleibt der Panzer?
In der Tat gibt es auch noch eine andere Sex-Version, die landläufig unter dem Titel „Schildkröte“ firmiert, mit der des Kamasutra aber nicht konform geht. Während das Kamasutra auf die Paddelbewegungen des Lingam abstellt, ist bei der Alternativ-Form der Sex an die Panzer der Schildkröten angelehnt: Während sich Frau flach auf den Bauch legt, legt sich ihr Lover als Panzer auf sie drauf und dringt von hinten in sie ein.
Das tierische Fazit
Schildkröte und Sex bieten somit schlussendlich verschiedene Assoziationen. Für welche man sich letztendlich auch entscheiden mag, eines dürfte klar sein: Wer einmal in die Sex-Tiefen der Schildkröten-Gewässer abgetaucht ist – für den wird sich der Blick auf das vermeintlich wenig dynamische Reptil für immer verändern...Wenn Sie mehr über Sexstellungen erfahren möchten, dann lesen Sie über den Reiterstellung.
