Die Wiegestellung oder: Wenn Unschuld aus den Kinderschuhen wächst
Sie ist ein Bildnis vollkommenen Friedens: die Wiege. Sanfte Schaukelbewegungen und die sprichwörtlichen Wiegenlieder ließen unsereiner als Säuglinge reihenweise in einen unschuldigen Tiefschlaf fallen. Einige Jahre des Heranwachsen später begegnet einem die Wiege schließlich wieder: Nur hat sie dieses Mal weder mit Unschuld noch mit Schlaf zu tun.
Wiege, Klappe die zweite: Das bedeutet Sex – und die Lust, sich mit dem Partner in höchste Erregungszustände zu katapultieren. Warum man dazu aber auf die urkindlichen Wiegenerfahrungen zurückgreifen kann und was den Reiz der Wiegstellung letztendlich ausmacht – das lesen Sie nun hier.
Wer muss wann und wen schaukeln?
Der Name der Stellung ist Programm: In der Tat läuft die sexuelle Übung darauf hinaus, dass beide Partner sich hin- und herwiegen und auf diese Art dem Höhepunkt entgegenschaukeln. In der Praxis bedeutet das zunächst, dass Mann und Frau eine stabile Ausgangslage finden müssen, aus der heraus sie das sexy Wiegenlied anstimmen können.
Dazu platziert Sie sich auf die Oberschenkel des sitzenden Mannes und schlingt ihre Beine um seinen Körper. Ihrem Beispiel folgt auch Er, so dass am Ende beide die Beine hinter dem Po des Gegenübers verschränkt haben. Den Partner an den Händen gefasst lehnen sich die zwei Stellungskünstler nun langsam nach hinten, während Er in Sie eindringt. Damit ist die ideale Ausgangslage gefunden, sich sanft vor- und zurückwiegen.
Wird die Lust tatsächlich hochgeschaukelt?
Dass sich die kindliche Begeisterung fürs Schaukeln mit unserer erwachsenen Vorstellung von Spaß kombinieren lässt, ist als Fakt schön und gut. Doch an dieser Stelle muss natürlich auch die Frage erlaubt sein: Was bringt das Ganze überhaupt?
Die Antwort ist schnell gefunden – Flexibilität heißt das Zauberwort. Bei der Wiegestellung sind Mann und Frau nicht starr in einer bestimmten Position gefangen, sondern befinden sich in ständiger gegenseitiger Interaktion. So verändert sich bei jeder Änderung der Wiegelage auch der Eindringungswinkel. Die Partner können also selbigen variieren und sich auf den angenehmsten langsam einpendeln. Ist dieser erst einmal gefunden, ist auch die Suche nach der Ekstase auf der Zielgeraden.
Dabei lässt sich das Stichwort Flexibilität nicht nur auf den Eindringungswinkel anwenden, sondern auch auf den Ort des Geschehens: Ob im Bett oder auf dem Boden – die Wiegestellung lässt sich überall dort praktizieren, wo Sitzfläche und ein wenig Wiege-Spielraum geboten werden.
Wem ein großes Bedürfnis nach Romantik in die Wiege gelegt wurde, kommt bei dieser Sex-Position ebenfalls auf seine Kosten. Schließlich sind die Unterleiber eng miteinander verschlungen, man hält sich an den Händen und kann sich dabei obendrein tief in die Augen blicken.
Natürlich dürfen die Hände auch an andere Stelle des Körpers wandern: Wenn er während des Liebesakts die Brüste massiert, dürfte das auf beiden Seiten für zusätzliche Hochstimmung sorgen. Auch Küssen gehört zum möglichen Wiege-Repertoire: Einfach beim Wiegen innehalten, den Partner zu sich heranziehen – und das Lippenbekenntnis kann beginnen.
Die Verlangen nach Abwechslung: Im Wiegeschritt zum nächsten Ritt?
Dass sich die Frau zu Beginn des wiegenden Liebesspiel auf den Mann setzt, führt die Stellungsverwandschaft der Wiege- zur Reiterstellung vor Augen. Tatsächlich kann zwischen den beiden Sex-Varianten nach Belieben gewechselt werden. Pendelt sich bei der Wiegestellung allmählich die Langeweile ein, kann Frau sich wieder näher an ihren Liebsten heranziehen und beginnen, ihm eine Reitlektion zu erteilen. Andersherum ist selbstverständlich der Wechsel vom Ritt zum Schaukeln ebenso unproblematisch. Hier bietet sich also Raum und Möglichkeit für ein spannendes Stellungsspiel, dass Mann und Frau nach Lust und Laune ausleben dürfen.
Wo ist der Haken?
Wie alles andere im Leben kann leider auch die Wiegestellung nicht nur mit Pluspunkten aufwarten. Die Kehrseite der Wiege-Medaille: Sie gehört nicht unbedingt zu den entspanntesten Stellungs-Varianten. Über längere Zeitdauer die Beine hinter dem Partner verschränkt zu halten, erfordert von den Protagonisten durchaus eine Gelenkigkeit, die nicht jeder von Natur aus mitbringt. Zudem steht der Mann vor der Aufgabe, währenddessen seine Bett-Gespielin auf den Beinen zu tragen. Wer die entsprechende Kraft und Ausdauer nicht auf seinem Beinmuskelkonto hat, wird sich nach geraumer Zeit nach einem Stellungswechsel sehnen.
Zurück in die Wiege oder nicht?
Was als Kind gefällt, kann auch im Alter nicht schlecht sein – das darf als Devise in puncto Wiegestellung durchaus herhalten. Schließlich kann selbige mit einem ansehnlich großen Fankreis aufwarten. Dabei macht die Wiegestellung laut Erfahrungsberichten vor allem als sexy Warm-Up eine gute Figur – ein Wechsel ist ja Wiege-sei-dank nicht ausgeschlossen...Wenn Sie mehr über Sexstellungen erfahren möchten, dann lesen Sie über den Waffeleisen.
